Gesundheit im Unternehmen

Betriebliche Gesundheitsförderung durch Klettern.

Klettern wird nicht nur als Freizeitsport immer beliebter, sondern gewinnt auch in den Bereichen der Prävention, Therapie und Rehabilitation an Bedeutung.

Die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt hat wiederkehrende negative Auswirkungen, sowohl in psychischer als auch physischer Hinsicht. Schlechte Haltung, Stress, mangelnde Bewegung, Teamfähigkeit, Konzentration, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein sind nur einige Dinge, denen in vielen Berufen zu wenig Beachtung geschenkt wird. Ebendiese werden beim Klettern bewusst und unbewusst geschult.

In diesem Beitrag werden die Vorteile und Berührungspunkte der betrieblichen Gesundheitsförderung beim Klettern im Hochseilgarten vorgestellt.

Stress abbauen durch den Klettersport

Laut einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes (2020) fühlt sich jede vierte Arbeitnehmerin bzw. jeder vierte Arbeitnehmer psychischen Belastungen durch das Arbeitsumfeld, Zeit- und Leistungsdruck ausgesetzt, die ihrem/seinem Wohlbefinden schaden. Auswirkungen dieser psychischen Belastung können zu körperlichen Beschwerden wie Rücken-, Kopf- oder Magenschmerzen sowie psychosomatischen Beschwerden wie Erschöpfung oder sogar Depressionen führen. Um negativen Auswirkungen vorzubeugen, werben viele Krankenkassen vermehrt mit Infobroschüren und Projekten für die präventive betriebliche Gesundheitsförderung. Eine Studie der Schön Klinik Roseneck ergab, dass Bouldern und Klettern die psychische Widerstandskraft (Resilienz) und das psychische Wohlbefinden steigern können. Negative Verstimmungen werden abgemildert.

Schnelle Erfolge beim Muskelaufbau

Natürlich spielen körperliche Aspekte eine große Rolle. Der Großteil der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sitzt zu viel, 9,5 Stunden an Werktagen, Tendenz steigend. Einen Großteil verbringen viele Arbeitnehmende davon im Büro oder Homeoffice. Um einer Fehlhaltung entgegenzuwirken, ist der Klettersport besonders geeignet. Es werden viele, sonst oft ungenutzte Muskelgruppen beansprucht. Bei regelmäßigem Training verbessert sich die Haltung, der Gleichgewichtssinn und das eigene Körpergefühl. Kraft und Kondition werden besser, außerdem können schnell Fortschritte erzielt werden.

Maßnahmen der betrieblichen Gesundheit (BGM)

Schon ein Spaziergang im Wald kann ein guter Ausgleich zu langen Bildschirmzeiten sein. Frische und saubere Luft sind gesund für Herz und Lunge, wirken außerdem blutdrucksenkend. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die von Bäumen verströmten Terpenoide (botanische Duftstoffe) die Immunabwehr stärken und heilend auf Körper und Psyche wirken. Das Grün der Bäume, der Gesang der Vögel, das Rascheln der Blätter im Wind und das Gefühl des weichen Waldbodens, kurz die visuellen, auditiven und haptischen Eindrücke des Waldes wirken äußerst beruhigend.

Mentale Stärken aktiv trainieren

Beim Klettern kommt jede Person schnell an ihre Grenzen. Das Klettern über Hindernisse stellt für jede/n ab einer gewissen Höhe eine Extremsituation dar. In diesen Momenten ist es wichtig, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Die Konzentration auf den nächsten Griff, den nächsten Schritt erfordert volle Aufmerksamkeit. Dadurch werden nicht nur die körperlichen Grenzen ausgetestet, sondern auch das mentale Durchhaltevermögen gestärkt.

Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein im Team

Die Überwindung von Ängsten und die Bewältigung von Herausforderungen beim Klettern fördern das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Durch das Sichern und Unterstützen anderer Kletternde wird zudem das Verantwortungsbewusstsein gestärkt. Diese Fähigkeiten sind nicht nur beim Klettern von Bedeutung, sondern finden auch im beruflichen und privaten Leben Anwendung. Ein gesteigertes Vertrauen in sich selbst und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein sind wichtige Eigenschaften für persönliches und berufliches Wachstum.

Und natürlich viel Spaß und Abenteuer…

Henning Rohweder (Dipl.Sozialpädagoge), Mai 2024