Schulprogramm zur Förderung sozialer Kompetenzen
Beim Klettern werden sowohl sportmotorische Fähig- und Fertigkeiten, wie auch psychosoziale Ressourcen im Rahmen sportlicher Handlungs- und Leistungsfähigkeit angesprochen. Neben all den Vorteilen erlebnispädagogischer Methoden geht es beim Klettern im Hochseilgarten um die Entwicklung von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die gegenseitige Motivation und Kooperation, aber auch um den Mut, eigene Grenzen zu setzen und „Nein“ sagen zu können.
Unser Kletterpark bietet das perfekte Setting für Erlebnispädagogik in der Praxis
„Erzähl mir etwas, und ich vergesse es. Zeig mir etwas, und ich erinnere mich. Lass es mich tun, und ich verstehe.“ (Chinesischer Philosoph Konfuzius)
Wofür steht KIT – Klettern im Team?
Bei unserem Schulprogramm KIT stehen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten einzelner SchülerInnen im Fokus. In Kleinstgruppen von 2-4 TeilnehmerInnen erobern sie dabei das „Lernfeld“ Hochseilgarten.
Lehrkräfte bekommen im Vorfeld unser Handout „KIT-Reflexion“ zu Verfügung gestellt und können anhand erlebnispädagogischer Grundsätze das Erlebte mit den SchülerInnen besprechen.
Es stehen unterschiedliche Parcous von „leicht“ bis „sehr schwer“ zur Auswahl, auf die sich die Gruppe gemeinsam einlassen darf. Dabei sollen sich die SchülerInnen gegenseitig motivieren, sich begeistern lassen und eigene Grenzen erkennen und benennen. Auf den einzelnen Kletterelementen können die TeilnehmerInnen ganz in sich versinken und sich Stück für Stück auf neue Wege wagen.
Psychosoziale Kompetenzen werden in einem realen, unbekannten und als „nicht berechenbar“ wahrgenommenen Lernfeld wesentlich intensiver erlebt und erlernt. SchülerInnen haben jederzeit die Möglichkeit, das Setting zu beenden und sich von geschulten TrainerInnen begleiten oder abseilen zu lassen.
„Lernen funktioniert dann besonders gut, wenn der Lernende selbst aktiv ist, Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten nutzen kann, idealerweise in den Zustand des „Flow“ kommt, wo er ganz bei sich und seiner Tätigkeit sein kann. Die herkömmliche Zerstückelung von Lerninhalten führt zum Zapping im Gehirn und verhindert Lernen.“ *
Erlebnispädagogik lebt vom „Learning by doing“ und minimalem Einfluss durch pädagogische Fachkräfte/Leitungskräfte. Daher setzen wir bei diesem Programm ganz bewusst auf die Kraft und Dynamik der Kleingruppe ohne Interventionen. Erst am Ende der Kletterzeit, wenn alle ihr Gurtzeug abgegeben haben, sollen die Lehrkräfte mit den SchülerInnen in die Reflexion und den Transfer in Alltagssituationen einsteigen. Hierfür stellen wir unser überdachtes „Naturklassenzimmer“ zur Verfügung. Mit unserem Handout „KIT -Reflexion“, können LehrerInnen sich mit der Erlebnispädagogik vertraut machen und bekommen Einblicke in eines der erfolgreichsten Lernkonzepte.
Ziele von KIT
Unser Kletterpark befindet sich eingebettet in einem wunderschönen Buchenwald inmitten der Natur. Die SchülerInnen verlassen das alltägliche Lernumfeld, das oft auch mit negativen Erinnerungen und Erlebnissen besetzt ist. Zudem darf die „Komfortzone hinter dem Smartphone“ für einige Zeit in Vergessenheit geraten und SchülerInnen können sich in einem nicht-schulischen, neutralen Umfeld neu begegnen und sich anders zeigen und kennenlernen.
Mit dem Aushändigen der Kletterausrüstung und nach der Sicherheitseinweisung tragen die KletterInnen Verantwortung für sich und ihre MitschülerInnen. Gegenseitige Motivation, Grenzen austesten, eigene Grenzen setzen und viel Spaß stehen jetzt im Fokus.
Die Fähigkeit, wirksam auf die Herausforderungen des Alltags zu reagieren, lässt sich kaum mehr besser abbilden als beim Klettern. Ob auf der Kletterroute an der Felswand oder beim Kletterparcours im Hochseilgarten. Beim Klettern kann sich jede/r (gut gesichert) an seine persönliche Grenzen heranwagen. Für die Eine ist bereits der niedrigste Kletterparcours in 2 m Höhe mit der kleinen Seilbahn eine besondere Herausforderung. Ein Anderer spürt erst beim BungeeJumper in unserem höchsten Parcours den Adrenalinkick. Aber beide Personen haben die Möglichkeit, sich der Herausforderung zu stellen, aber auch mutig „Nein“ sagen zu können und ihre Grenzen zu benennen. Im Kletterpark können selbst gesetzte Ziele wortwörtlich Schritt für Schritt schnell erreicht werden.
Unsere Kletterelemente steigern sich von sehr niedrig zu sehr hoch, so dass SchülerInnen ihre eigenen Grenzen austesten, sich aber auch ihren eigenen, ganz persönlichen Ängsten stellen und sie zulassen können.
Mit jeder überwundenen Grenze steigt das Selbstwertgefühl**
Der Angst wird im geschützten Rahmen Raum gegeben. Unsere qualifizierten TrainerInnen unterstützen dabei und können jederzeit intervenieren.
In den Kleingruppen können sich die SchülerInnen den Gesetzmäßigkeiten der großen Peergroup entziehen und sich wesentlich besser aufeinander einlassen. In der gemeinsamen „Ernstsituation“ in der Höhe des Hochseilgartens wird das Verständnis füreinander gefördert. Die Ängste des Gegenübers werden besser wahrgenommen und verstanden, motivieren und unterstützen fällt leichter. Nur durch die Freude am Miteinander kann ein Teamspirit entstehen, der die Basis darstellt für eine bessere Toleranz sich selbst und anderen gegenüber.
SchülerInnen können in kleinen Gruppen die oben genannten Ziele spielerisch erreichen. Lehrkräfte haben anschließend eine ideale Gesprächsbasis, um die Erlebnisse zu reflektieren und den Transfer in die Lebenswelt der Jugendlichen zu transportieren.
- Hast du dein persönliches Ziel erreicht?
- Wie hat eure Gruppe zusammengearbeitet?
- Was habt ihr über euch selbst herausgefunden?
- Was habt ihr wahregenommen?
- Welche Grenzen im Alltag kannst du überwinden?
- In welchen Situationen fällt es dir schwer „Nein“ zu sagen?
Und ganz nebenbei…
… waren die SchülerInnen draußen in der Natur unterwegs und sportlich aktiv beim Klettern.
Klettern: „Fast die gesamte Muskulatur wird beansprucht. Kraft und Ausdauer in Verbindung mit Gleichgewichtsgefühl und Koordination werden beim Klettern trainiert. Dazu kommen mentale Fähigkeiten wie Konzentration und Selbstvertrauen, die beim Klettern gestärkt werden.“***
Leistungen
- Nutzung des Abenteuerbereiches im Hochseilgarten Altenhof
- Komplette Ausrüstung und Sicherheitseinweisung
- Überdachter Pausenbereich (Naturklassenzimmer) für die eigene Planungs- und Reflexionsphase
- Handout zu Reflexionsmethoden der Erlebnispädagogik
Ablauf
- Begrüßung im Kletterpark Altenhof
- Optional: Gruppeneinteilung und Zielabsprachen der Lehrkräfte (15 Minuten)
- Anlegen von Gurtzzeug und Sicherheitseinweisung (ca. 30 Minuten)
- Klettern in 15 unterschiedlichen Parcours von „leicht“ bis „sehr schwer“ (2,5-3 Stunden)
- Optional: Reflexions- und Transferphase der Lehrkräfte im Naturklassenzimmer (30-45 Minuten)
Investition
- 22,00 € / TeilnehmerIn (ab 18 Personen, bis zu 4,5 Stunden Aufenthalt)
Termine für das Klettern im Team könnt ihr über unser Formular anfragen.
*„Spuren im Gehirn – Warum die Neurowissenschaften die besten Begründungen für die Erlebnispädagogik liefern“ (vgl. HECKMAIR / MICHL 2008, 77-86)
**(vgl. HECKMAIR / MICHL 2008, 150)
***www.gesundheit.gv.at




